Titelbild Interview Ümit Canta

Barbershop Insights mit WAHL und Ümit Canta

Er ist der Inbegriff des modernen Barber-Lifestyles und hat sich in Österreich längst einen Namen gemacht. Dort gilt er als einer der renommiertesten Barber des Landes, zu dessen Kunden seit Jahren VIP-Größen aus dem internationalen Sport-, Musik- und Showbiz gehören: Ümit Canta, Head of Barber im angesagten Wiener R.Tattoo.Barber.

Im Gespräch mit Ümit Canta konnten wir mehr über seine Erfolgsgeheimnisse erfahren und spannende Einblicke in das Barbershop Konzept von R.Tattoo.Barber gewinnen. Die urbane Location im Zentrum von Wien, hinter der kein Geringerer als RAF Camora, einer der erfolgreichsten Rapper der letzten Dekade, steht, beeindruckt mit einer gehörigen Portion Coolness, so dass die Kunden teils weite Anreisen auf sich nehmen.

Weshalb bist du Barbier geworden?

Das ist eigentlich durch Zufall entstanden. Ich spielte damals Fußball und hatte auch den Traum wie jeder Jugendliche in meinem Alter, eines Tages Fußballprofi zu werden. Nach meinem Pflichtschulabschluss begann ich die Lehre zum Friseur, weil meine Arbeitszeiten damals mit meinem Training kombiniert werden konnten und, weil meine Schwester auch Friseurin war und mich von diesem Beruf überzeugte.

Was macht aus deiner Sicht einen richtig guten Männerhaarschnitt aus?

Für mich macht die Kopfform die Frisur aus. Die Haarschnitte sollte man anatomisch an die Form anpassen. Ein Haarschnitt, der der Kopfform entspricht ist moderner als ein Haarschnitt im Trend.

Du bist als Barbier sehr erfolgreich unterwegs und zählst viele VIPs zu deinen Kunden. Was ist dein Erfolgsgeheimnis?

Meine Leidenschaft und starke Persönlichkeit, die sich durch großen Ehrgeiz und Disziplin auszeichnen. Ich bin immer der Erste und gehe als Letzter. Nach dem Motto „Disziplin ist nicht käuflich, aber sie zahlt sich aus“ ! 

Euer Barbershop R.Tattoo.Barber tritt extrem modern auf. Ein Gegensatz zum sonst so typischen Retro-Style für Barbershops. Kannst du uns das Konzept dahinter etwas genauer erklären?

Wir wollten einen Shop der in Europa seinesgleichen sucht: minimalistisch, modern, funktional und trotzdem maskulin – unser Designer Andreas Pust, der schon mehrere Hotels und Nachtclubs in Wien entwarf, hat unsere Vorstellung aber sogar noch übertroffen.

Und wie kommt das Konzept bei euern Kunden an?

Die Resonanz ist überwältigend. Wir haben Kunden, die von weit her anreisen, teils sogar extra aus Deutschland kommen, weil sie den Shop so stylish finden. Wir freuen uns natürlich über die zahlreichen Komplimente, aber noch mehr, dass wir unseren Kunden offenbar etwas Einzigartiges präsentieren können.

Welcher Männerhaarschnitt ist derzeit bei euch im Shop am meisten gefragt? Gibt es neue Trends, die aus seiner Sicht abzusehen sind?

Wir haben einen großen Mix an Kunden. Wir machen Fade Cuts bis hin zu klassischen Haarschnitten; jeder Wunsch erfüllt. Wobei ich sagen muss, dass unser Schwerpunkt mehr auf Fade Cuts liegt. Wie schon erwähnt, sollte man nicht immer dem Trend folgen, sondern einfach das, was auch wirklich zum Kunden passt, ausprobieren.

Stichwort „Haarschneidemaschinen“: Worauf kommt es für dich bei Werkzeugen an?

Bei einem Ambiente wie in unserem Shop, erwarten die Kunden natürlich auch das passende Equipment. Unsere Ansprüche sind auch hier sehr groß und mit Wahl haben wir den richtigen Partner gefunden. Das richtige Equipment ist für jeden Barbier maßgeblich. Die Produkte von Wahl machen Spaß bei der Arbeit und sind verlässlich.

Hast du eine Lieblingsmaschine? Wenn ja, welche und warum?

Die WAHL Cordless Senior ist mein Favorit. Sie liegt sehr gut in der Hand, schneidet extrem präzise und man kann sie für viele Schnitttechniken einsetzen.

Thema Bart und Pflegetreatments für Männer. Wie sieht euer Angebot im Shop aus?

Haar- und Bartpflege für Männer sind sehr gefragt. Natürlich bieten wir klassische Rasuren, Kompressen und Kopfmassagen an. Dabei liegt für uns ein wesentlicher Fokus auf den Produkten, mit denen wir arbeiten. Wir arbeiten mit American Crew und haben seit Kurzem auch eine eigens entwickelte Produktlinie im Angebot, welche ausschließlich auf Naturkosmetik basiert. Der Launch unserer Produktlinie mit Bartöl, Haarwachs, Aftershave Milk und Shampoo, die auch unseren Vorstellungen entspricht, war ein sehr langer Prozess, doch es war jede Mühe wert. Wir sind sehr zufrieden mit den Produkten und arbeiten bereits an der zweiten Linie. Ich freue mich schon sehr auf den Tag, an dem ich euch mehr darüber verraten darf.

Was rätst du einem jungen Berufsanfänger, der unbedingt als Barbier erfolgreich werden möchte?

Geduld ist immer ganz wichtig um erfolgreich zu werden. Wenn man geduldig ist und genug Leidenschaft in eine Sache steckt, kommt alles von alleine.

Dein bester Barbershop-Moment?

Als es plötzlich hieß, dass ein großer Name und eine Marke wie RAF Camora Interesse an meiner Arbeit zeigt und mir eine Partnerschaft anbietet. Den Promis die Haare zu schneiden ist ja schon etwas Besonderes, aber mit Ihnen zusammen zu arbeiten ist echt eine Ehre.

Mehr Informationen unter: www.r-vienna.com www.wahl-professional.de 

Copyrights Fotos: Tim König Instagram: @r.tattoo.barber  @umit.rtb @wahlprogermany
1_Titel_Raf_neu

R./ TATTOO X BARBER by RAF Camora

 „Der Barbershop ist und bleibt ein Herzensprojekt“

Ein neuer «Place to be» erobert Wien: R./TATTOO X BARBER. Die coole Location – ein 300 m² großes Loft in der Nussdorfer Straße – mit urbanem, internationalem Flair setzt als Tattoo- und Barbershop neue Maßstäbe. Hier überzeugt nicht nur das edle Ambiente, wo grobes Gemäuer auf erlesenes schwarzes Mamor trifft, sondern auch die Tattoos und Männerhaarschnitte, die man hier bekommt. Kein Geringerer als RAF Camora, einer der erfolgreichsten Rapper der letzten Dekade im deutschsprachigen Raum, steht hinter R./TATTOO X BARBER. Wir haben mit ihm über Trends, Konzepte und Inspirationen geredet.  

Rapper, Barbershopinhaber und Trendsetter – Wenn auch nicht in der Reihenfolge, aber der gemeinsame Nenner bist Du! Welche Reihenfolge bevorzugst Du (nach Priorität) und warum?

Ganz klar Rapper, dann Barbershopinhaber und naja Trendsetter – ich weiß nicht ob ich mich selbst als Trendsetter bezeichnen würde, aber ich freue mich natürlich darüber wenn das andere so sehen. Der Barbershop ist und bleibt aber ein Herzensprojekt und ich freue mich auf die Entwicklung von dem Konzepts.

Multitasking scheint Dir ja im Blut zu liegen, denn Du hast ja auch maßgeblich das Design im Salon mitbestimmt. Welche (persönlichen) Einflüsse/ Vorlieben von Dir sind in das Salonkonzept geflossen? Warum gerade diese?

Meine Idee war es einen Shop in Wien zu kreieren der den Industrial Look mit Altbau-Charme verbindet. Inspiriert hat mich dazu meine Zeit in Barcelona und New York. Unser Designer, Andreas Pust, hat meine Konzepte und Visionen besser umgesetzt als ich es mir selbst erwartet habe, großes Dankeschön nochmal an dieser Stelle.

Du hast Dir ja bei der Shop-Einrichtung einen starken Partner wie Takara Belmont an die Seite geholt. Warum? Was hat die Marke, was andere Dir nicht bieten konnten?

Ich gehe seit Jahren in Barbershops auf der ganzen Welt und immer wieder sind mir diese schlichten und stylischen Stühle aufgefallen. Bei der Planung unseres Shops war mir klar, dass ich diese Stühle in meinem Shop haben möchte. Ich bin ohnehin ein sehr großer Japan Fan und als ich erfahren habe, dass Takara Belmont ein japanischer Brand ist, hat sich der Kreis für mich geschlossen.

Lieber RAF, vielen Dank für das Interview. Wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg, auch wenn Du als meistgestreamter Künstler auf Spotify mit Videos, die auf Youtube bis zu 100 Mio Aufrufe erreichen, wohl schon ganz oben bist.

Info´s rund um den Tattoo & Barber Konzept Store gibt es unter www.r-vienna-barbershop.com oder www.takarafriseur.de 

Wer mehr über das coole Design des Shops erfahren möchte, sollte hier einen Blick wagen: https://salonmag.ch/r-tattoo-x-barber-shop/ 

Copyright Salonfotos + Foto Ümit Canta: Tim Walker  // Copyright Porträtfoto Raf Camora: Markus Mansi (BOBBYS AGENCY) 
Titelbild Jessica Hartsoe

Interview mit Jessyca Hartsoe zum Thema Covid-19 und Desinfektionskonzepte im Salon

Die talentierte Barbierin spricht im Interview mit SalonMag über die Herausforderungen, welche die Covid-19 Situation in der Friseurbranche mit sich bringt und über die Wichtigkeit von professioneller Desinfektion im Salon.

Sie ist eine der bekanntesten Barbierinnen Deutschlands: Jessyca Hartsoe. Seit 2011 betreibt sie ihren Barbershop „Jessy’s Barber Girls“ im badischen Waghäusel, der ebenfalls zu einem Kultshop avanciert ist. Neben perfekten Herrenhaarschnitten und professionellen Rasuren sowie coolen Männerstyles, bestimmt das Flair der 50er Jahre die Atmosphäre des Salons. Einzigartig, bunt, verrückt und vor allem sympathisch. Nachdem die Ausnahme-Barbierin mit amerikanischen Wurzeln den zweiten Platz bei den German Barber Awards 2016 erzielte und zusätzlich als beste Barbierin Deutschlands gekürt wurde, drehen sich Medien, Kunden und die Friseurbranche um sie. Stillstand ist für Jessy ein Fremdwort, denn heute agiert sie als erfolgreiche Unternehmerin. Das zeigt nicht nur ihr Salonerfolg, sondern auch die Eröffnung ihres zweiten Geschäfts, dem Concept-Store «Only Men Barber & Clothes & More», bei dem sich alles um den stilvollen Mann dreht. Zudem ist sie als Markenbotschafterin für verschiedene Brands der Friseurindustrie tätig, gibt Seminare und bleibt dabei stets herrlich geerdet und sympathisch.

Wie beeinflusst Covid-19 aus Deiner Sicht die Branche?

Ich denke ich spreche für den Großteil meiner Berufskollegen und -Kolleginnen, wenn ich sage, wir hatten und haben es schwer! Ich habe zu vielen Friseuren und Salonbesitzern Kontakt, wir tauschen uns aus und je nach den Umständen, trifft es manche wirklich hart. Wer hätte gedacht, dass wir eines Tages mal vor solchen Herausforderungen stehen? Ich bin seit 28 Jahren in der Branche, vieles war für uns neu, wir mussten als Unternehmer über uns hinauswachsen. Natürlich, nach den Re-Openings der Salons, wurden die Läden von den Kunden regelrecht gestürmt und wir alle hatten viel zu tun. Doch es bleibt herausfordernd. Der Austausch mit Kollegen hilft mir, denn wir sitzen doch alle im gleichen Boot. Im Salon halten wir uns strikt an alle Schutzvorgaben. Bei uns kommt keiner ohne Mundschutz rein, auch nicht mit Attest. Ich lasse das zum Schutz unserer Kunden und des Teams nicht gelten. Die Angst hält bei den Kunden berechtigterweise weiterhin an. Umso wichtiger ist es dem Kunden im Rahmen aller Möglichkeiten Sicherheit zu bieten. Desinfektion und Gesundheitsschutz im Salon müssen dringend ernst genommen und konsequent umgesetzt werden. Aber auch unabhängig von Covid-19, müssen alle Werkzeuge und Maschinen nach jedem Kunden gereinigt und desinfiziert werden, denn die Geräte kommen in Hautkontakt und die Ansteckungsgefahr ist da.

Wie hast Du das vor Covid-19 gehandhabt?

Desinfektion war bei uns im Salon schon immer ein großes Thema, auch lange vor Covid-19.  Ich hatte bereits beim Beginn meiner Selbstständigkeit, klare Vorgaben für Desinfektion und Hygiene im Salon, nach denen ich und mein Team strikt handeln. Als Barbicide letztes Jahr den Online Zertifizierungstest für professionelle Salondesinfektion lancierte, haben ich und das gesamte Team das sofort gemacht. Die Diplome dafür haben wir auch im Salon aufgehängt, was bei den Kunden sehr gut ankommt. Die Kunden sind generell beruhigter, wenn sie sehen, dass der Salon ein professionelles Desinfektionskonzept verfolgt.

Welche Maßnahmen trefft Ihr denn konkret in Eurem Salon?

Wir haben klar geregelte Abläufe bei den Desinfektionsmaßnahmen, die wir exakt befolgen. Bei uns werden die Bedienstühle, Ablagen und Werkzeuge quasi Nonstop desinfiziert – und natürlich auch die Hände, sowohl bei unseren Mitarbeitern, als auch bei jedem Kunden, wenn er den Laden betritt. Die Kunden müssen warten, bis alle Maßnahmen umgesetzt sind, erst dann dürfen sie Platz nehmen. Wenn der Kunde an seinem Platz sitzt, sieht er auch wie wir die Werkzeuge desinfizieren anhand des Barbicide Glases mit der blauen Flüssigkeit oder mit dem Clippercide Spray, mit welchem wir die Blades der Haarschneidemaschinen und Scheren desinfizieren. Wenn ich neue Mitarbeiter einstelle, werden diese sofort geschult. Ich gebe ja auch Seminare in anderen Salons zum Thema Desinfektion.

Wie schärfst Du das Bewusstsein deiner Mitarbeiter für das Thema Desinfektion und Gesundheitsschutz im Salon?

Wir haben regelmäßig Teambesprechungen und da ist das Thema Desinfektion und Salonhygiene immer auf der Agenda. Ich möchte betonen, dass mein Team sich an alle Vorgaben diesbezüglich strikt hält. Desinfektion ist bei uns so fest verankert im Salonalltag, es gehört für uns wie alle anderen Arbeitstätigkeiten unseres Berufes dazu. Wenn wir neue Mitarbeiter einstellen, erhalten sie eine entsprechende Schulung und müssen die Zertifizierung bei Barbicide absolvieren. 

Hast Du das Gefühl, dass Eure Kunden Euren Umgang mit dem Thema Desinfektion wahrnehmen?

Ja, die Kunden sehen das und nehmen es auf jeden Fall wahr. All die Maßnahmen geben ihnen Sicherheit. Die Kunden reagieren so positiv und sagen uns auch, dass sie das gut finden. Wenn sie zum Beispiel sehen, dass wir das Werkzeug ins Desinfektionsglas stellen, fragen sie auch oft nach, was wir da machen und es vermittelt ihnen einen professionellen Eindruck. Wir haben dafür auch schon öfter Pluspunkte bei diversen Google-Bewertungen erhalten mit dem Hinweis, dass man sich bei uns in puncto Hygiene und Gesundheitsschutz sicher fühlen kann.

Dein Partner ist die Firma King Research International – weshalb setzt du auf diese Partnerschaft?

Das Unternehmen hat die Desinfektionsprodukte von BARBICIDE speziell für den Salonbedarf entwickelt und diese Salonprofessionalität merkt man. Ich vertraue den Produkten zu 100%. Zudem kenne ich das Team, das hinter der Barbicide steht und für den Europäischen Raum zuständig ist. Ich schätze das Team sowie den unermüdlichen Einsatz für ihre Kunden sehr.

Instagram: jessys_barber_girls_

Weitere Informationen:

https://www.barbergirls.de  Instagram: @jessys_barber_girls_

www.barbicide.de Instagram: @barbicide_deutschland

 

Jens Engelhardt

Jens Engelhardt

„Wir haben einfach den Kanal gewechselt“

Color, Cut & Business – die Cleverhair Academy ist die (https-) Adresse für alle Friseure, die ihren kreativen und handwerklichen Horizont unkompliziert und einfach erweitern möchten. Wir haben hat mit dem Gründer und Director der Academy, Jens Engelhardt, über Vorteile des neuen Bildungskonzepts, die Zukunft der Branche und bevorstehende Highlights gesprochen.

Was kannst Du uns zu deinem neuesten Branchenclou „Cleverhair Academy“ sagen?  

Die Cleverhair Academy bringt Coiffeur Aus- und Weiterbildung auf ein ganz neues Niveau. Die Zukunft des Lernens ist digital unterstützt, weil so individuelles Lernen zu jeder zeit- und ortsunabhängig wird und der Lernprozess effizienter wird. Wir nennen das Salon Superlearning: digitale Wissensvermittlung (Theorie) und praktische, aktive Workshops kombiniert und aus einem Guss. So kannst du zum Beispiel Balayage mit System lernen, ohne auf ein Seminardatum warten zu müssen, ohne Reise- und Hotelkosten einfach sofort beginnen und im eigenen Tempo lernen. Es ist wissenschaftlich bewiesen, das «Space Repetition“, also das «Lernen in Häppchen“ bessere Ergebnisse bringt als «einmal viel“. Dann, wenn dein Kopf „bereit“ ist, weil du die Theorie kennst, (und du vielleicht schon die Technik an einem Übungskopf ausprobiert hast) besuchst du einen Active Workshop – also das klassische Präsenzseminar vor Ort – mit den Experten. Hier werden die Techniken geübt und ins „Muskelgedächtnis“ übertragen. Auf diese Weise ist der Lernprozess hirngerecht abgelaufen und der Transfer von Wissen ins Kurzzeitgedächtnis, ins Langzeitgedächtnis und ins Muskelgedächtnis optimal vollbracht.

Warum wolltest Du gerade dieses Bildungskonzept realisieren Worin liegt der Vorteil für Coiffeure? 

Ich habe selbst auf diese Art 2 Studiengänge erfolgreich absolviert und dann 2018 in meinen Salons einen Feldversuch mit unseren Lernenden gestartet: Ich habe im Salon Lernsequenzen auf Video aufgezeichnet und diese dann häppchenweise an unsere Lernenden per E-Mail gesandt. So konnten diese, wenn Zeit im Salon war, die Lerninhalte ansehen und umsetzen, egal ob ich grade selbst im Salon war oder nicht. Dieses Konzept hat so gut funktioniert, dass die Lernenden mehr Videos wollten und genauso schnell gelernt hatten wie früher, wenn ich die Lektionen live gehalten habe – aber ich war zeitlich freier. Das habe ich stetig weiterentwickelt und im Austausch mit Trainerkollegen ausgebaut. Der Vorteil für Coiffeure ist, dass jeder zu jeder Zeit etwas Neues lernen kann, Orts- und zeitunabhängig, „günstiger», weil die Reisekosten wegfallen, und gleichzeitig „besser“, weil der Stoff jederzeit zur Wiederholung verfügbar ist – und das nicht in anstrengender Schriftform, sondern in Bild und Ton, so wie wir Coiffeure es gewohnt sind und es von Kopf sofort und leicht verarbeitet wird.

Wie sieht es im Momentan im Bereich der Aus-/Weiterbildung aus in der Schweiz?

Vom OFFline dominierten Seminar-Markt ist mit Corona natürlich alles auf ONline umgeschwenkt. Wir haben einfach den Kanal gewechselt. Statt nach Zürich, Berlin oder London zu reisen, schauen wir jetzt auf Zoom zu, wie der Trainer sein Seminar hält. Und machen dann am Übungskopf mit. Das ist erst mal ok, aber geht nicht weit genug. Es fehlt der optimale didaktische Aufbau und gerade in einem Onlineseminar fehlt viel zu oft die Interaktion. Wir sollten uns aber nicht auf entweder offline ODER online konzentrieren – sondern beides clever kombinieren!

Stichwort Nachwuchsmangel und zu wenig qualifizierte Fachkräfte?

Ganz ehrlich? Ja, es gibt keine oder kaum, „gute Fachkräfte auf dem Markt“! Das stimmt. Wieso sollten die guten Fachkräfte denn auf dem Markt sein!? Gute Fachkräfte muss man ausbilden. Und die behalte ich dann natürlich auch nach der Lehre. Eine gute Coiffeurin sucht sich bei einem Stellenwechsel außerdem ein neues Geschäft in aller Ruhe aus und wechselt, ohne je auf dem Markt gewesen zu sein. Die Guten können sich Ihren Arbeitsplatz aussuchen. Und ich kenne KEINEN Nachwuchsmangel! Ich habe jedes Jahr eine interessante Auswahl an lernwilligen, motivierten Jugendlichen, die unseren Beruf lernen wollen. Dann gilt es diese Motivation aber auch zu nutzen. Wer dann 6 Monate und länger zum Kaffee machen, Haare waschen und putzen eingesetzt wird, verliert diese Motivation schnell. Ich glaube heute sogar noch schneller. Die „Kids“ verbinden Prestige mit unserem Handwerk. Was der Coiffeur ja auch tatsächlich ist: ein prestigeträchtiges, geiles Kunsthandwerk. Wir machen Menschen selbstbewusst, schön und glücklich und sind auf den roten Teppichen der Welt zu Hause. Aber da müssen wir die Jungen auch abholen und hinführen! Kaffee machen und Haare waschen gehört dazu, aber darf nicht die ersten Monate dominieren. Ich weiß natürlich, dass das Arbeit, Zeit und Nerven kostet. Deshalb habe ich ja das „Salon Check-in“ für unsere Lernenden (fast) automatisiert, sodass diese in Ihrem Tempo vorangehen können und unser Handwerk lernen, auch wenn ich keine Zeit habe, Ihnen die Techniken selbst zu zeigen. Die Probleme erkennen alleine hilft nicht, die Lösung muss her. Und die sehe ich in der digital unterstützten Ausbildung im Salon.

Welche weiteren Highlights sind im Laufe des Jahres noch geplant?

Da gibts einiges: Wir werden die Schweizer Berufsprüfung digitalisiert anbieten (ab Mai) die Lehrlingsausbildung ab August für das 1. und das 2. Lehrjahr digital unterstützen (ohne, das die Lernende(n) den Salon verlassen müssen!) und bauen unsere Weiterbildungen weiter aus: Balayage Seminare, Barbering wie Rasur und Bartschnitt, Hochstecken, Salon Marketing und so weiter…

Lieber Jens, vielen Dank für das Interview. Mehr Info´s rund um den Bildungsweg der Zukunft und die Academy gibt es unter https://www.cleverhair.academy.

marina-moser

Marina Ulrich

„Ihre Passion ist der Beruf“

Ihre Leidenschaft für Haare hat sie zu ihrer Berufung gemacht: Marina Ulrich gehört nicht nur zu den „Best Female Barber Deutschlands sondern ist auch die Artistin, die mit handwerklichem Geschick & Know-how sowie eine ordentliche Portion Kreativität den neuen Longhair Man Look by MOSER kreiert hat. Wir haben Sie auf ein Kurzinterview eingeladen.

Sie hat ihre Passion zum Beruf gemacht und gehört zu den Friseurunternehmerinnen Deutschlands, deren Karriere dank ihres großen Engagements nach oben ging. Seit 2014 betreibt sie in Sachsen bei Ansbach einen Friseursalon für Damen und Herren mit integriertem Barbierbereich. Zudem erfüllte sie sich im Dezember 2019 gemeinsam mit ihrem Team den Traum von einem Barbershop im Herzen des fränkischen Seenlandes Gunzenhausen. Dass sie das Barbierthema beherrscht, hat sie 2017 bei den Barber Awards in Nürnberg bewiesen, als sie den Titel „Best Female Barber Deutschland“ holte. Dazu kam ihre Präsenz im TV und in den Medien. Doch Marina lässt sich nicht nur auf das Herrenfach festlegen: „Haare sind mein Element. Ich möchte beides und ich mache beides. Frauenstylings erlauben mir eine große Fülle an Kreativität auszuleben und Männerhaarschnitte lagen mir schon immer gut. Ich mag es einfach, die Details mit Präzision auszuarbeiten und neue Techniken in meine Arbeit zu integrieren“, so Marina. Dabei ist Stillstand für sie ein Fremdwort, denn sie entwickelt sich und ihr Team stets weiter. Neben Tätigkeiten als Fachtrainerin bei Seminaren und auf Showbühnen der Top Hair Messe sowie Events der Friseurbranche, arbeitet sie bei diversen Fotoproduktionen und engagiert sich für den Bereich Education, z.B. bei mehreren Step-by-Step Produktionen der Firma Wahl. Dabei ist Marina ein absoluter Sonnenmensch und daraus entspringt ihre Motivationsfähigkeit, für die sie bekannt ist. Ihre Erfolgsfaktoren sind ihre stetige Willenskraft, ihr herrlich geerdetes Naturell und ihre ungebrochene Neugier auf Neues: „Wenn ich etwas mache, dann richtig. Ich habe ein geniales Team, meine Familie unterstützt mich und viele meiner Kunden sind über die Jahre zu Freunden geworden. Das ist nicht selbstverständlich und dafür bin ich jeden Tag dankbar“.

Worauf kommt es bei längeren Männerhaaren an, damit die Frisur gut aussieht? 

Textur ist das Zauberwort. Ein guter Langhaarschnitt bei Männern braucht eine perfekt ausgearbeitete Textur, damit die Jungs auch zuhause mit ihrer Frisur klarkommen und das Haar gepflegt wirkt. Je länger das Haar, je natürlicher sollte es fallen. Ich lege zudem Wert auf eine gute Beratung zu den Produkten, die sie nach dem Friseurbesuch zuhause verwenden sollen. Aus meiner Sicht braucht es drei Faktoren für eine gute Langhaar-Männerfrisur: Perfekter Schnitt, intensive Textur und Top Styling – und für mich gehören das All-in-One Blade sowie ein Glätteisen heute ganz selbstverständlich dazu.

Welche Technik wendest du an, um Textur ins Haar zu bringen?

Ich arbeite super gerne mit dem All-in-One Blade von MOSER. Damit kann ich 3x schneller perfekte Texturergebnisse im Haar erzielen, die super natürlich aussehen. Das Stylingblade ermöglicht verschiedene Schneidetechniken für unterschiedliche Haartypen und ich finde, es verändert die Struktur und Textur des Haares regelrecht ins Positive.

Beim Styling arbeitest du mit einem Glätteisen und machst damit sogar Wellen ins Haar. Wie reagieren die Männer darauf? 

Meine Erfahrung in unseren Salons ist, dass Männer in der Regel recht neugierig und offen für Neues sind, wenn es um ihre Haare geht. Sie lassen sich sehr gut auf neue Dinge wie Glätteisen-Styling ein, vor allem wenn sie sehen, wie viel besser ihre Haare danach aussehen und wie gut die Frisur fällt.

Eine letzte Frage: Sie haben sich ja schon früh in ihrem Berufsleben als Barber spezialisiert. Sehen Sie sich ausschließlich bei den Herrenfrisuren und der Bartpflege?

„Nein. Haare sind mein Element. Ich möchte beides und ich mache beides. Frauenstylings erlauben mir eine große Fülle an Kreativität auszuleben und Männerhaarschnitte lagen mir schon immer gut. Ich mag es einfach, die Details mit Präzision auszuarbeiten und neue Techniken in meine Arbeit zu integrieren.

AlexanderFeldmann_titel

Alexander Feldmann

Desinfektion und Gesundheitsschutz im Salon

Alexander Feldmann gehört zu den Barbieren der ersten Stunde in Deutschland. Er eröffnete als erster Barbier im Herzen der Stadt Mönchengladbach einen Barbershop u. Friseursalon, der im amerikanischen Oldschool-Design eingerichtet ist. Bei «Herr Feldmann», so lautet der Name seines Friseurgeschäfts, zeigt sich seine exzellente Expertise nicht nur in den hervorragenden Dienstleistungen, die er und sein Team anbieten, sondern auch darin, wie er mit dem Thema Sicherheit und Gesundheitsschutz umgeht. Als langjähriger Markenbotschafter der Salondesinfektionsmarke Barbicide verfügt er über umfassende Erfahrung im Bereich Salon Hygiene und Gesundheitsschutz.

 1. Das Covid-19 Virus hält uns alle nach wie vor in Schach. Welche Rolle spielte das Thema Desinfektion bisher in deinem Salon und wie siehst du das künftig für die gesamte Branche?

Schon lange vor der Pandemie war und ist Hygiene in unserem Salon ein großes Thema, bei dem wir keine Kompromisse zulassen. Daher bin ich froh, die Salondesinfektionsprodukte von Barbicide bereits Anfang 2000 in den USA kennengelernt zu haben. Seither setze ich sie konsequent in meinen Shops ein. Erst mit Covid-19 hat der Großteil der Branche der Salondesinfektion mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Ich habe schon immer großen Wert darauf gelegt, dass alle Desinfektionsmaßnahmen bei uns richtig durchgeführt werden und auch mein Salonteam ist entsprechend darauf geschult.

2. Hast du ein Hygiene-Konzept oder einen speziellen Hygiene-Plan, den du und dein Team befolgen? Welche Maßnahmen trefft ihr in euerm Barbershop / Friseursalon?

Da verweise ich gerne auf den Hygieneplan von Barbicide. Wir setzen jede der dort aufgeführten Desinfektionsmaßnahmen konsequent um. Darüber hinaus haben ja alle Barbershops das Thema Maskenpflicht, FFP2 & Visier bei Bart/Rasur/Gesichtsnahenbehandlungen und Händedesinfektion auf dem Radar. Bei uns wird jeder neue Mitarbeiter von mir bereits beim Vorstellungsgespräch auf unsere Prioritäten in Sachen Desinfektion hingewiesen und

noch vor seiner ersten Arbeitsstunde in unserem Salon erhält er eine intensive Schulung zu allen Desinfektionsmaßnahmen. Das ist bei uns Standard und verpflichtend; hier gibt es für mich keine Ausnahme. Zudem muss bei uns jeder Mitarbeiter den Online-Fachkurs für das BARBICIDE Zertifikat zur professionellen Desinfektion und Salonhygiene absolvieren.

3. Hast du das Gefühl, dass eure Kunden euern Umgang mit dem Thema Desinfektion wahrnehmen?

Ja. Denn jeder Neukunde spricht uns spätestens darauf an, wenn wir am Platz – vor seinen Augen / während des Beratungsgesprächs – unsere Werkzeuge aus dem Barbicide-Glas entnehmen. Eine ganz wichtige Maßnahme ist auch die Desinfektion der Blades einer Haarschneidemaschine – und dass bei jedem Kunden! Mit den Blades kommt man in direkten Hautkontakt und die Übertragungsgefahr von Krankheitserregern ist hier auf jeden Fall zu eliminieren. Mit entsprechenden Bladesprays wie Clippercide geht das ganz einfach und schnell.

4. Wie schärfst du das Bewusstsein deiner Mitarbeiter für das Thema?

Seit der Covid-19 Pandemie hat sich ohnehin ein neues Bewusstsein eingestellt; und das in der gesamten Branche. Dennoch spreche ich das Thema Desinfektion mindestens 1x die Woche bei unseren Teammeetings an und weise immer wieder auf die Einhaltung der geforderten Richtlinien hin. Im Herbst/Winter stehen wir zusätzlich zur Covid-19 Pandemie vor der regulären Grippezeit und müssen verantwortungsbewusst vorgehen und jede Maßnahme kompromisslos umsetzen, um uns selbst, das Salonteam und die Salonkunden vor Ansteckung zu schützen. Wir müssen uns vor Augen halten, dass wir uns vieles kaufen können, die Gesundheit aber unersetzbar ist.

5. Barbicide – weshalb begeistert dich die Marke?

Ich liebe Firmen, mit denen ich mich identifizieren kann. Das trifft zu 100% bei Barbicide zu. Das Kernbestreben ist hier der Erhaltung unserer Gesundheit gewidmet. Barbicide bietet seit 1947 Desinfektionsprodukte an und hat diese immer weiterentwickelt. Sie verfügen also über eine sehr lange Erfahrungshistorie.  Ich bin Handwerker und somit auch pragmatisch veranlagt. Die Produkte von Barbicide schätze ich wegen ihrer Zuverlässigkeit und ihrer unkomplizierten Anwendung. Ich kann mich 100% auf die Wirkformeln der Desinfektionsflüssigkeiten verlassen, welche z.B. auch offiziell in ihrer Wirksamkeit gegen das Covid-19 Virus zertifiziert sind.

Weitere Informationen unter: www.barbicide.de; www.herrfeldman.de

CREDITS

Fotos: Herr Feldmann / Produktfotos: Barbicide

juergen-niederl-titel

Barbershop Insights mit Jürgen Niederl

„Nur wenn du authentisch bist, können die wirklich guten Ideen entstehen“

Ein Barber zu sein, ist für Jürgen Niederl ein Lebensstil, nicht Beruf. Er verkörpert den Inbegriff von Authentizität und Leidenschaft für dieses Handwerk und beweist wie kein anderer, dass man mit dieser Einstellung viel erreichen kann. „Wenn du authentisch bist, öffnen sich die Türen zum Erfolg. Erst dann können die wirklich guten Ideen entstehen“, so Jürgen Niederl. Der Inhaber und Gründer des HOLY TIGER BARBERSHOP in Graz hat bereits eine beachtliche Laufbahn hingelegt und bleibt dabei wunderbar geerdet. Mit seiner Art in sich zu ruhen und unaufhaltsam seinen kreativen Weg weiterzuverfolgen, trifft er den Zeitgeist des modernen Barber-Lifestyles.

Dabei gehen seine handwerklichen Wurzeln bis auf eine klassische Friseurausbildung und eine mehrjährige Tätigkeit bei Tony&Guy zurück, wo er unter anderem als Trainer internationale Erfahrungen sammelte und auch als Mitglied des Artistic Teams in London auftrat. 2016 entschied sich Jürgen, das traditionelle Barberhandwerk nach Graz zu bringen und eröffnete dort mit HOLY TIGER BARBERSHOP den ersten traditionellen, authentischen „Men only“- Salon. Harte Arbeit und die unbändige Motivation, sich immer weiterzuentwickeln, machen sein Wesen aus. Der Quell seiner Ideen scheint endlos zu sprudeln und die besten davon setzt er kompromisslos in die Tat um. So produzierte er schon mehrfach epische Männerkollektionen, mit denen er nicht nur die HOLY TIGER Community und seine Kundengemeinde begeisterte, sondern etablierte Branchen-Awards abräumte und Beachtung in der internationalen Presse fand.  Im Gespräch mit diesem begnadeten Barber erfuhren wir mehr über seinen beeindruckenden Erfolgsweg.

 

Interview mit Jürgen Niederl, Inh. HOLY TIGER BARBERSHOP GRAZ                

1. Jürgen, weshalb bist du Barbier geworden?

Es war für mich eine Herzensentscheidung. Geprägt durch die Tattooszene und den amerikanischen Lifestyle kam ich dieser „Szene“ näher und war begeistert. Haare schneiden an sich war für mich schon eine Art meiner Kreativität freien Lauf zu lassen und hier konnte ich alles was ich liebte vereinen. Ich kann mir auch nicht vorstellen wieder etwas anderes zu machen als Barber zu sein. Für mich ist mein Geschäft mein zweites zu Hause. Ich freue mich tagtäglich aufs Neue meinen wahrgewordenen Traum zu leben und meinen Kunden bestmögliche Qualität zu bieten.

2. Du bist mit deinem Barbershop sehr gut unterwegs, was ist das Erfolgsgeheimnis?

Die Philosophie meines Barbershops ist so simpel wie schwierig. Ständige Weiterentwicklung, Kreativität und niemals „stehen zu bleiben“. Seit dem ersten Jahr bringen wir immer neue Kollektionen auf den Markt. Holy Tiger steht für Individualität, Leidenschaft und Qualität. Unser Motto lautet: Lead – not follow! Mir ist es sehr wichtig auch in der “Szene” etwas beizutragen und junge Barber zu inspirieren.

3. Was macht aus deiner Sicht einen richtig guten Männerhaarschnitt aus?

Ich vergleiche einen Männerhaarschnitt gerne mit einem Cowboyhut. Ein guter Haarschnitt wird individuell an das Männerhaar und dessen Kopflinie angepasst. Wie ein Cowboyhut, welcher ebenso an die Kopflinie angepasst wird. Männer mögen es „einfach“ in der Handhabung, jedoch mit perfektem „Sitz“ des Haarschnittes. Mit ein paar Handgriffen muss alles passen – einfach gesagt: „keep it simple“

4. Stichwort Werkzeug: Wie wichtig sind die Tools in deinem Handwerk? Hast du eventuell eine Lieblingsmaschine? Wenn ja, warum?

Natürlich ist jede Maschine nur so gut wie der Barber der sie in der Hand hält. Meine große Liebe geht an meinen Sponsor Wahl, welche mich regelmäßig mit meinen „All-time Classics“ versorgt. Ich muss aber auch dazu sagen, dass ich schon immer mit Wahl Maschinen geschnitten habe, da sie mir aufgrund der langjährigen Tradition und der top Qualität alles bieten was ich für einen perfekten Haarschnitt benötige.

Meine Lieblingsmaschine ist die WAHL 100th Anniversary. Diese Maschine ist ein absoluter Allrounder! Egal ob es um Fades oder es darum geht optimal mir meinen Scatch (Umrisse des Haarschnittes) aufzubauen. Sie hat außerdem eine lange Akkulaufzeit und neben all dem „she´s really looking good“

5. Welcher Haarschnitt ist derzeit bei euren Kunden am meisten gefragt? Gibt es neue Trends, die von den Salonkunden kommen?

Unsere Frisuren sind klassische Schnitte und keine „One Hit Wonder“.  Vielmehr ist es uns wichtig, dass der Haarschnitt am Kunden „den perfekten Sitz“ hat und personalisiert ist. Tendenziell werden die Schnitte wieder länger getragen, wie es zum Beispiel beim Classic/Long Trim Pompadour der Fall ist.

6.Lernen und Lehren. Wie wichtig ist Weiterentwicklung für dich und warum?

„You never stop learning“. Man darf niemals daran glauben schon alles zu wissen. Ich habe es mir zum Ziel gesetzt, dass sich mein Team und ich ständig weiterentwickeln und bin daher auch für Ideen meines Teams immer offen.  Ein weiteres großes Thema diesbezüglich ist für mich die Kunst des Films und der Fotografie, wodurch ich mich gerne inspirieren lasse. Durch Inspiration steigt der Drang etwas „Neues“ zu machen. Auch in meiner Barber Academy lerne ich ständig neue tolle Leute kennen. Ich bereite mich auf jedes Seminar vor wie auf mein Erstes. Mir ist es ungemein wichtig jeden Teilnehmer in der persönlichen Weiterentwicklung zu unterstützen. Daher gilt hier unser Leitsatz „Qualität statt Quantität“.

7. Stell dir vor ein junger Berufsanfänger kommt zu dir und fragt um Rat. Welchen Tipp gibst du ihm, wenn er unbedingt als Barbier erfolgreich werden möchte?

Sei du selbst und verstelle dich nicht. Wenn man sich in etwas „hinein zwingt“ wird es nichts. Folge deinem Herzen, deinem Gefühl und mache es mit Leidenschaft. Behalte dein Ziel immer vor Augen und lass dich von niemanden davon abbringen.

8. Was war bisher dein bester Moment im Barbershop?

Als ich in den Shop kam und an meinem Platz von meinem Team ein kleiner Storch mit rosa Bündel aufgebaut war. Sie haben mit mir die Geburt meiner Tochter Wanda gefeiert und sich so mit mir gefreut wie meine Familie. Das gesamte Team, sowie unsere Kunden sind mit ein Grund, warum ich noch heute so gerne in meinen Shop gehe wie am ersten Tag.

Mehr Infos unter www.barbershop-graz.at und  www.wahl-professional.de

> Kollektion «Holy Tiger Barbershop Collection powered by Wahl»

CREDITS

Fotos:  Victoria Kager www.stellaswork.at Instagram: @stellakager | Foto/Porträt Jürgen Niederl:  Lupi Spuma

interview-turek-bachmann-titel

Birgit Turek & Christian Hamann

Gewusst wie: Saloncoaching mit Birgit Turek & Christian Hamann

Erfolg ist kein Zufall. Auch in Zeiten schwacher Wirtschaftslagen und Gesundheitskrisen wie die COVID 19 Pandemie, kann ein Salon Gewinn erwirtschaften und sich deutlich vom Wettbewerb absetzen. Wie? Mit viel Tatkraft und vor allem Know-how. Letzteres vermitteln die beiden Salonexperten Birgit Turek und Christian Hamann in ihren begehrten Seminaren rund um Mitarbeiterführung, Salonorganisation und Kundenansprache.  

1. Die Salonorganisation ist in den letzten Jahren nicht nur komplizierter, sondern komplexer geworden. Warum sollten sich Saloninhaber/-leiter unter dem Aspekt der Komplexität mit den diversen Fragmenten (Mitarbeiter, Kunden, Salonstruktur) beschäftigen?

Leider hat man in vielen Coiffeurbetrieben noch immer nicht die Wichtigkeit der Salonorganisation erkannt bzw. misst dieser zu wenig Aufmerksamkeit bei. Insbesondere die klare Zuweisung der Rezeptionsarbeit und Salonorganisation trägt dazu bei, dass sich die mit dem Kundenservice betrauten Mitarbeiter mit voller Aufmerksamkeit den Kunden widmen können. Dadurch kann ein größeres Potenzial an Kreativität abgerufen werden, das Arbeiten wird stressfreier und die Kundenzufriedenheit nimmt erheblich zu. Gleichzeitig kann der mit der Rezeptionsarbeit beauftragte Mitarbeiter in die Rolle eines hervorragenden Gastgebers und Salonorganisators schlüpfen. Die dadurch mögliche, stark optimierte Terminorganisation hilft, die Auslastung der einzelnen Mitarbeiter zu erhöhen und entsprechend den Umsatz zu steigern. Wird die Rezeptionsarbeit noch mit hohem Produktwissen gepaart, kann zusätzlicher Umsatz durch kompetente Verkaufsgespräche erzielt werden. Diese vielfältigen win-win-Situationen tragen nicht nur zu einer hohen Kundenzufriedenheit sondern auch zu einem hohen Mass an Zufriedenheit der Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz bei. Eine klar definierte Salonorganisation lässt alle Beteiligten zu Gewinnern werden!

2. Für welche Salonmanagementherausforderungen bietet ihre Seminarreihe hilfreiche Ansätze?

Als Friseurmeisterin, Mediatorin, Coach und Trainerin verfüge ich über ein langjähriges und umfassendes Know-how in der Coiffurebranche. Ob im Seminar, in einer Beratung, einem Coaching oder bei einer Mediation – ich gehe stets individuell auf die Herausforderungen des jeweiligen Salons ein. Während einer intensiven Beratung erarbeite ich neue Wege und Konzepte. Meine salonspezifischen Seminare ermöglichen es, anschließend die Ergebnisse erfolgreich im Salon umzusetzen. Ich optimiere und erweitere hierbei immer wieder die Angebote und Leistungen, individuell auf den Salon zugeschnitten – effizient und mit sofortigem Nutzen. Mein Angebot umfasst unter anderem Kundenservice, Beratung und Salonorganisation, Kommunikation und Konfliktmanagement und Leadership. Mit kompetenten Partnern an meiner Seite wie zum Beispiel Christian Hamann – erfolgreicher Coiffeur-Unternehmer seit 1984 und absoluter Profi in der Salonorganisation – erziele ich für meine Kunden bestmögliche Ergebnisse.

3. Warum haben Sie gerade diese Themen gewählt?

Weiterbildungen in unserer Branche sind überwiegend im fachlichen Bereich. Ohne die richtige Führung im Hintergrund jedoch, werden sie oft nicht umgesetzt und haben somit nicht den gewünschten Effekt, die Qualität zu verbessern. Hier beginnt mein Aufgabengebiet, denn ich liebe meinen Beruf und lebe meine Berufung! Ob bei einer Beratung, einem Seminar oder während einer langfristigen Partnerschaft – alle Kunden profitieren von meinem Engagement, Know-how und meiner positiven Energie.

Wer jetzt neugierig geworden ist sollte sich schnell anmelden und folgende Seminartermine im Kalender vormerken :

«Umgang mit Konflikten im Team» am 14.09.2020 in Egerkingen

«Die Macht der herzlichen Organisation im Salonalltag» am 11.10.2020

«Erfolgreiche Beratung und Produktempfehlung mit Empathie» am 12.10.2020

Mehr Informationen unter www.birgit-turek.de

Dennis-van-Lierop-titel

Dennis van Lierop

Krise? Nicht bei mir…

Jahrgang 1975, stylish im Abgang mit kreativer Note und herben Know-how – Dennis van Lierop ist Gründer & Geschäftsführer von halo-edutainment, Top Stylist und unser Interviewpartner, der weiß wie man das eigene Geschäft fit bekommt, für den Erfolg nach der Corona-Krise.

1. Vor der Krise ist nach der Krise – Wie kurbelt man das Business am besten wieder an, unter den gegebenen Sicherheitsvorschriften?

Die Vorschriften betreffen ja alle im Markt. Und sie zeigen uns, dass es nach dem Shutdown nicht genügt, auf Neustart zu drücken. Die meisten Salons werden sinnbildlich „ein neues Betriebssystem“ brauchen. Das bedeutet: flexiblere Öffnungszeiten, optimierte Arbeitsabläufe und Termin-Management, Konzentration auf hochwertige Dienstleistungen, neue Erlebnisse in Qualität und Ergebnis schaffen. Mein Tipp: Platziert Euch im Markt mit Euren Spezialitäten, seien es erstklassige Blondierungen, Balayage oder Schnitte von höchster Güte. Werbt bloß nicht damit, dass Ihr Hygiene-Weltmeister seid. Keiner will ständig auf Corona, Abstände und Masken hingewiesen werden. Lenkt Eure Kunden vom tristen Alltag ab. Bietet das derzeit Bestmögliche. Denn die Leute achten zur Zeit sehr darauf, wofür sie ihr Geld ausgeben. Billig und Mittelmaß haben da schlechte Karten. Wir erleben gerade einen Bewusstseinswandel. Schaut nur mal auf die Modebranche. Der Fast Fashion-Gigant H&M konnte im zweiten Quartal 2020 nur noch etwa halb soviel Umsatz machen wie im Vorjahreszeitraum. Auf der anderen Seite können Premium-Bike- und E-Bike-Hersteller die aktuelle Nachfrage gar nicht mehr befriedigen. Im Coiffeur-Handwerk kommt noch dazu, dass viele Kunden während des Shutdowns DIY für sich entdeckt haben. Einfache Colorationen machen sie inzwischen selbst daheim, andere haben sich eine Haarschneidemaschine gekauft und tragen jetzt Buzzcut. Wir Coiffeure müssen uns heute viel stärker abgrenzen und durch Können, Leistung und Kundennähe überzeugen, auch wenn das aktuell schwierig erscheint.

2. Wie kann man jetzt noch einen enge Kundenbindung aufbauen?

Meiden wir das Wort „eng“ und ersetzen es durch „verbindlich“ und „freundschaftlich“. In Krisen orientieren sich die Menschen an erlebbaren Werten. Zu einem „neuen Betriebssystem“ kann eine Beratung per Webcam am Vortag des Coiffeur-Termins gehören. Dadurch wird das Erlebnis nach vorne verlängert. Die Vorfreude steigt immens an, wenn ich weiß, dass ich am nächsten Tag eine tolle Veränderung bekomme. Das Ganze sollte aber nur optional möglich sein. Denn es gibt auch Menschen, die keine Videokonferenzen mehr ertragen können. Es liegt an uns als Handwerker und Berater, dass wir bei den Menschen eine neue Coiffeur-Routine etablieren. Im Salon-Business hat die Customer Journey, also die Reise der Kunden durch den Erlebnisraum Salon, bisher mit Passantenstopper und Schaufenstern angefangen und beim Bezahlen geendet. Durch die Krise sind die Menschen noch sensibler, sie wollen hofiert und nicht bevormundet werden. Also machen wir es doch wie Top-Restaurants und bereiten wir den Menschen Appetit auf unsere Dienstleistung. Für die sozialen Medien bedeutet das: Postet keine blöden Vorher-nachher-Bildchen, sondern dreht Videos, in denen Ihr erklärt, warum und wie Ihr auf den jeweiligen Kunden und seine Wünsche eingegangen seid. Das steigert den Ergebniswert erheblich. Ich kann hier nur wenige Beispiele geben. Aber unter halo-edutainment.com und auf unserem YouTube-Kanal „Halo Edutainment“ könnt Ihr noch viel mehr Inspirationen und praktische Lösungen finden. Natürlich beraten wir Euch auch individuell in persönlichen Online-Coachings, die jeden Rappen wert sind.

3. Wie sieht der Salon der Zukunft aus, bedenkt man was die Corona Krise alles gesellschaftlich und wirtschaftlich verändert hat?

Ich sage es ganz provokant: Vielleicht ist der Salon der Zukunft gar nicht zwingend ein Salon, wie wir ihn kennen. Fakt ist, dass viele Salonbetreiber in der Krise schlechte Vorbilder und Führungspersönlichkeiten abgegeben haben. Engagierte Mitarbeiter nehmen das wahr und werden jetzt mehr Eigenverantwortung wollen oder zumindest Mitbestimmungsrecht. In unseren Experten-Interviews und Coiffeur-Befragungen haben wir ein klares Ergebnis erhalten: Nur jene, die mit Mitarbeitern, Kunden, anderen Unternehmen im lokalen Markt und Mitbewerbern während des Shutdowns positiv kommuniziert haben und sich dadurch weiterentwickelt haben, gehen gestärkt aus der Krise hervor. Der Corona-Shutdown war ja kein Hitzefrei. Sondern eine Zeit für Ideenschmiede. Ein Salon mit Zukunftspotenzial hat also ein starkes und vielfältiges Netzwerk. Uns muss zudem klar sein, dass der Self-care- und Mental-positive-Gedanke bei den meisten Menschen jetzt viel stärker ausgeprägt ist als je zuvor. Eine wichtige Herausforderung für Coiffeure ist im Sommer 2020, dass wir den Menschen Lust auf eine Urlaubsfrisur ohne Urlaub machen. Und ich sage bewusst Coiffeure, denn es kommt auf jeden einzelnen als Persönlichkeit an. Ein Salon ist lediglich das Betriebssystem, mit dem die Mitarbeiter sich arrangieren müssen. Dass die Frau Müller jetzt statt 6000 Franken auf den Kapverden, 600 Franken für ihren neuen Stil ausgibt, liegt an unserer Exzellenz. Darauf sollten wir bauen.

Lieber Dennis vielen Dank für das Interview. Mehr Info´s rund um den Salon der Zukunft gibt es unter www.halo-edutainment.com.